Bericht aus Venezuela vom 26. März 2025

Bericht aus Venezuela vom 26.  März 2025

Am 8. März haben sich alle unsere Kinder in Pariaguàn zum Kinderfest versammelt und bei dieser Gelegenheit haben wir kontrolliert, ob sie die Schule regelmässig besuchen und wie ihre gesundheitliche Verfassung ist. Es sind praktisch alle Kinder erschienen und ich konnte mit einigen Müttern sprechen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren sind die Kinder und Jugendlichen in etwas besserer Verfassung, besonders bei den kleineren Kindern haben wir wieder ein Wachstum feststellen können und so haben wir die neuen Grössen für Schuhe und Uniformen für den Schulanfang neu notiert. 

Auch der am Herzen operierte Junge ist mit seiner Mutter gekommen, er besucht die Schule wieder und laut seinen Aussagen ist er sehr zufrieden und sehr glücklich über den Verlauf der Genesung. Schon heute muss er keine Medikamente mehr nehmen und die regelmässigen Kontrollen kann er in El Tigre (45 Minuten von Pariaguàn) erledigen. Anbei noch ein Bild von ihm und seiner Mutter. Noch ist er untergewichtig und er isst laut seiner Mutter für drei aber er ist wirklich zufrieden und in der Zeit im Krankenhaus hat er fleissig gelernt und sein Zwischenzeugniss ist sehr gut. 

Für den Dienstag 12. März habe ich mit Colgate Venezuela einen Event in Pariaguàn organisiert, erstens um für ESPATO zu werben und zweitens um einen möglichst grossen Raum zu bekommen, dazu habe ich alle öffentlichen Schulen angeschrieben und somit haben wir mehr als 4000 Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren (und natürlich ihre Eltern) erreicht.  Der Event wurde ein toller Erfolg und so bekamen alle Kinder eine gute Instruktion, wie man die Zähne putzen muss, welche Lebensmittel gut und welche schlecht für die Zähne sind, und eine neue Zahnbürste und eine Zahnpaste. 

Der Event war ein weiterer Versuch, etwas für unser Ambulatorium zu tun, denn ich habe mit unserem Personal gesprochen und es ist allen klar, dass ohne Patienten das Ambulatorium nicht bestehen kann. Nun ist es aber so, wir leben in einem sozialistischen Land, ich habe Regeln zu beachten und kann nicht einfach das Ambulatorium schliessen und fertig. 

  1. Besteht ein Kündigungsschutz aller Angestellten bis auf weiteres, das ist ein Dekret.
    1. Gaceta Oficial n.° 6.868 Extraordinario del 27/12/2024, se imprimió -únicamente- el texto del Decreto n.° 5.070, de fecha 27/12/2024, mediante el cual se establece la inamovilidad laboral a favor de las(os) trabajadoras(es) de los sectores público y privado regidas(os) por el Decreto con Rango, Valor y Fuerza de Ley Orgánica del Trabajo, los Trabajadores y las Trabajadoras, por el lapso de dos (02) años contados entre el 01/01/2025 y el 31/12/2026, ambas fechas inclusive, cuya entrada en vigencia se fijó a partir del 01/01/2025. 
  • Trotzdem habe ich mit dem Personal eine Einigung treffen können und per 30. Juni 2025 haben 4 Personen unterzeichnet, dass sie aus freien Stücken die Arbeit verlassen. Noriega nach beinahe 18 Jahren, Francis die Krankenschwester 4 Jahre, Leydimar und Zulay nach 3 Jahren. Es ist vom Gesetz her geregelt, dass man den Angestellten eine Abfindung bezahlen muss. Auch das ist schon mit den Angestellten geregelt und per 30. Juni 2025 werde ich auch diesen Betrag auszahlen. Der Gesamtbetrag beläuft sich auf 2800 $.
  • Natürlich gehen die Unterhaltsarbeiten weiter, das versteht sich von selbst, und ich bemühe mich um Alternativen, denn unsere Investition muss weiterhin attraktiv bleiben und natürlich hoffen unsere Leute in Pariaguan auf ein Wunder.
  • Wir haben ein medizinisches Labor und Ambulatorium und gemäss den letzten Statistiken hat sich die Lage im Labor seit Februar wieder etwas erholt und pro Tag kommen durchschnittlich 13 Patienten. Um aus den roten Zahlen zu kommen, brauchen wir 16 pro Tag, hier fehlt nur wenig, wir haben immer mit 20 Patienten kalkuliert, damit wir ein kleines  Polster haben. Die Aerzte jedoch haben weiterhin kaum Zulauf.
  • Die Grippewelle ist nun vorbei in Venezuela und wird abgelöst von einer Hitzewelle, die Kinder kommen wieder fleissig zur Nachhilfe und somit ist die Schule ein Lichtblick und darum brauchen wir uns keine Gedanken zu machen. 
  • Jörg bittet mich in seiner Mail, die Kosten so gering wir möglich zu halten, das ist ganz klar, und im zweiten Halbjahr werden wir wohl weniger Kosten haben. 
  • Beim Steueramt war ich auch mit Rusmely und die einzige gute Neuigkeit ist, dass ich für dieses halbe Jahr keine Buchhaltung einreichen muss und die von 2024 schon akzeptiert wurde und somit abgeschlossen ist. 
  • Da ich mit Dani sehr viel unterwegs bin, habe ich Dani 10 $ mehr gegeben für die 6 Monate. Diesen Betrag werde ich auch beibehalten oder auf 80 erhöhen im 2. Halbjahr.  Aber ab Juli werden wir Rusmely nicht mehr brauchen. Da sie nicht fest angestellt ist, muss ich ihr nicht kündigen, bei ihr reicht ein Schreiben und das ist schon geschehen. 

Meine Lieben, ich bin wirklich am Arbeiten um zu sehen, was alles noch möglich ist, um zu retten was zu retten ist, ich habe verschiedene Eisen im Ofen: 

  1. Vermieten der Lokalitäten an Clinica del Sur (Privatklinik aus El Tigre), sie haben sich an uns gewandt.
  2. 3 unserer Aerzte wollten einen Teil mieten, sind aber noch nicht konkret geworden.
  3. Ecoverde-Energy will sich niederlassen und braucht Räume für ihre Privatklinik für ihre Leute, es werden circa 200 bis 250 Arbeiter und Angestellte sein per 1.7.2026.

Dieser Aufenthalt war keine Erholung bis jetzt und ich bin froh, am 12. April in die Schweiz zurück zu reisen. 

Gruss Carin