Venezuela Sommer 2025

Nachdem ich im Monat August die restlichen Schulmittel besorgen konnte, haben wir uns daran gemacht, die jährliche Schulmittelübergabe zu organisieren. Wir ihr aus meinen Abrechnungen ersehen konntet, sind die Kosten der Schulmittel dieses Jahr unvergleichlich hoch ausgefallen. Die Inflationsrate in Venezuela ist sehr hoch und die Produktionsrate sehr niedrig. Es ist uns jedoch gelungen, alles einzukaufen. Wir legen nach wie vor unser Augenmerk auf Qualität bei den Schuhen und den Uniformen, damit sich unsere Kinder darin auch wohl fühlen. 

Am Samstag dem 13. September 2025 war dann die offizielle Schulmittelübergabe. 

Von der Firma Tiger haben wir Etuis / Mehrfarben- Kugelschreiber / Radiergummis und Schreibutensilien geschenkt bekommen und durch Daniel Kämpf von Brico Mini-Farbstiftsets. All diese Geschenke haben wir unseren Kindern überreicht als Anerkennung für ihre Leistungen in der Schule. 

Die Erstklässler sind so klein, dass sie die Schulmittel kaum tragen können.

Es ist in Venezuela nicht immer einfach, zur Schule zu gehen, denn oft gehen die Kinder hin und der Lehrer erscheint einfach nicht, oder wie in der öffentlichen Schule ganz nahe bei ESPATO: dort ist die Decke teilweise eingestürzt und nun gibt es in den Zimmern einfach keinen Unterricht mehr. Verschiedene Eltern haben ihre Kinder aus dieser Schule genommen, weil sie Angst haben, dass auch andere Teile des Daches einstürzen und die Kinder verletzen könnten. Und schon haben wir ein Problem: die anderen Schulen haben keine Kapazitäten, um diese Kinder aufzunehmen, oder einfach keine Lehrer. Bis zum Schulanfang wussten circa 68 Kinder nicht, ob und wo sie überhaupt zur Schule gehen werden. – Dieses Problem ist nun per Ende Oktober gelöst, denn die Gemeinde hat ein provisorisches Dach aus Wellblech installiert, und da die Regenzeit vorbei ist, gehen die Kinder nun wieder normal zur Schule. Das Problem wird wieder akut im Mai/Juni, wenn die Regenzeit beginnt.  

Unsere kleine Schule wird rege besucht und unsere Lehrer sind nach wie vor sehr motiviert. Ich habe das Notebook meiner Mutter neu formatieren lassen und es den Lehrern überlassen, so haben sie nun auch die Möglichkeit, ihre Listen vereinfacht auf dem Computer zu generieren und Rechenblätter oder Schreibaufgaben zu erstellen und dann einfach auszudrucken. 

Für das Ambulatorium, das nun seit dem 1.Juli geschlossen ist, hat sich noch keine Lösung abgezeichnet. Die Clinica del Sur, mit der ich seit März im Gespräch bin, hat nun ganz klar gesagt, in dieser unruhigen Zeit mit einer Inflation von mehr als 70 % in 8 Monaten wollen sie keine neuen Ambulatorien aufmachen. In der Zwischenzeit habe ich Kontakt mit einem Zulieferer von der Gruppe ENi aufgenommen und wie es scheint, werden sie 2026 in San Diego de Cabrutica (40 min. von Pariaguàn entfernt) anfangen, nach Erdgas zu bohren. Es werden zwischen 300 bis 450 Arbeiter erwartet und diese brauchen eine medizinische Versorgung.  Dafür wäre unsere Infrastruktur geeignet. Es hängt aber alles davon ab, ob Maduro auch wirklich die versprochenen Verträge einhält und der Firma Chevron weiterhin die vorläufige Konzession erteilt. 

In der Zwischenzeit machen wir den nötigen Unterhalt und versuchen immer wieder, mit der Gemeinde in Kontakt zu treten um zu sehen, ob ein Interesse von Seiten der Ärzte besteht, für ESPATO zu arbeiten. Leider bis dato ohne Erfolg.

Dies sind meine Informationen aus Pariaguàn. 

Carin Engeli

Alle neuen Patenkinder 2025/2026 mit Ihren Eltern bedanken sich ganz herzlich bei ESPATO